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Konservative muskuloskelettale Medizin

Zuhören und Anfassen

Grundsätzlich ist für dieses konservative Vorgehen ausreichend Zeit für eine grundlegende Anamnese sowie eine umfassende Gesprächsführung zum Verständnis des Patienten und seines Anliegens erforderlich. Der Patient kann so Vertrauen in die Person des Arztes sowie dessen fachliche Möglichkeiten aufbauen. Als nächster Schritt ist eine sorgfältige und mit hohem handwerklichem Können durchgeführte klinische Untersuchung erforderlich. Dabei werden wichtige Aufschlüsse bezüglich der Einschränkung oder Fehlfunktion des Bewegungssystems gewonnen und gleichzeitig Einfühlungsvermögen und Zuwendung durch das sensible Vorgehen bei der manuellen Untersuchung des Patienten vermittelt. Wissenschaftliche Erkenntnisse untermauern diese Bestandteile einer sprechenden und anfassenden Medizin als bereits ersten wirksamen Teil eines therapeutischen Prozesses.

Information fördert Motivation

Abgeschlossen wird der Prozess der Diagnosestellung durch die genaue und Bildmaterial-unterstütze Erläuterung der Befundlage sowie die Beantwortung aller damit zusammenhängenden Fragen des Patienten. Dies fördert das Verständnis der meist schmerzhaften Problemstellung und reduziert Angst und Unsicherheit des Patienten. Auf diese Weise werden die Empfänglichkeit des Patienten für die einzelnen Schritte auf dem Weg der konservativen muskuloskelettalen Konzeption deutlich verbessert sowie die Motivation für die Mitarbeit und Eigeninitiative als unverzichtbare Bestandteile des Konzepts erhöht.

Handarbeit und Medikamente

Die dabei praktizierte medikamentöse, manuelle und physikalische Kooperation in frühzeitiger, ausreichend intensiver und konsequenter Form stellt ein zentrales Merkmal dieser konservativen Fachrichtung dar. So werden unnötige und für den Patienten strapazierende Verluste von Zeit und Wirksamkeit angewandter Therapiemittel vermieden und die schnellstmögliche Heilung und Wiederherstellung ermöglicht. Dies beinhaltet weiterhin, dass auf der Basis der Erkenntnisse von Heilungsfunktion und Stadieneinteilung begleitend Hilfsmittel wie Orthesen, Gehhilfen sowie Eigenmaßnahmen benötigt werden, die vom Patienten nach erfolgter fachlicher Anleitung selbstständig und konsequent angewandt werden. Zusätzlich erfolgen, falls angezeigt, jederzeit konsiliarische Absprachen zur Klärung weiterer Einflüsse auf das Bewegungssystem und dazu notwendiger Behandlungsverfahren. Dafür findet ein permanenter Austausch mit zahlreichen spezialisierten Einrichtungen in Medizin, Rehabilitation und Gesundheitsvorsorge im gesamten deutschsprachigen Raum statt.

Analyse und Datenerhebung

Erst im Anschluss an diese Erstmaßnahmen werden gegebenenfalls erforderliche bildgebende Verfahren oder laborchemische Datenerhebungen in die Diagnostik integriert. Diese sichern, präzisieren und objektivieren die zuvor erhobenen Befunde und stellen Parameter für die Verlaufskontrolle einer möglichst effektiven Wiederherstellung zur Verfügung. Weiterhin dienen sie zum Ausschluss maligner Prozesse und auch zur Feststellung angeborener Fehlbildungen oder erworbener Veränderungen des Bewegungsapparats. Die Untersuchung des Patienten besteht darüber hinaus in der exakten Analytik von Statik und Dynamik und wird mit optischen und biometrischen Messverfahren evaluiert und dokumentiert. Dazu kommt die über viele Jahre in zahlreichen derartigen Untersuchungen gewonnene Erfahrung des Untersuchers.

Interdisziplinäre Kooperation

Die nachfolgende Behandlung im Rahmen dieses konservativen Vorgehens besteht in der Tätigkeit des Arztes, der Mitarbeit und Mitverantwortung des Patienten sowie der Schaffung von Bedingungen, die einerseits den Fortschritt der lokalen Heilung begünstigen beziehungsweise nicht stören und andererseits immer den Menschen in seiner Gesamtheit im Blick behalten. Wesentlich dabei ist die Verbindung von Methoden der Untersuchung und Behandlung aus den Bereichen Medizin, Physiotherapie und Osteophatie sowie weiteren Disziplinen in unmittelbarer Verbindung. Dies geschieht selbstverständlich unter der Voraussetzung, dass die Erkrankung oder Einschränkung des Patienten eine derartige Kooperation der einzelnen Disziplinen angezeigt erscheinen lässt. Diese Elemente werden also nicht voneinander isoliert und nacheinander verwendet, sondern unmittelbar miteinander verbunden und gleichzeitig eingesetzt.

Nachhaltigkeit durch Eigenverantwortung

Nach dem Eingangsbefund und der unmittelbar darauffolgenden therapeutischen Intervention werden im nächsten Schritt konservierende Maßnahmen wie Trainingstherapie, Programme zur Selbstanwendung sowie – in individuell festgelegten Intervallen – professionelle Begutachtungen und nach Bedarf Korrekturen fortgeführt. Diese dienen der langfristigen Sicherstellung und Erhaltung der erzielten Behandlungsresultate. So sollen chronische Veränderungen und irreversible Schäden vermieden und der Entstehung von Rezidiven dauerhaft vorgebeugt werden. Ziel dabei sind die Bewahrung der Alltags- und Sportfähigkeiten und der Lebensqualität sowie die allgemeine Gesunderhaltung.